Vom Geist der Ebräischcn Poesie.
schm Meere bis zum Euphrat, von der Wüste bisden Libanus hinüber: seine Könige waren in An-sehen und das Land genoß seine schöne Lage auchdurch den Handel. Die natürliche Folge war, daßder Name dieser Könige auch in der Geschichte undPoesie für alle folgende Zeiten klassisch ward: ihreZeit war die einzig berühmte, so lange Königeherrschten. Diesen wars jetzt schon ein großerRuhm, auf dem Throne Davids zu sitzen, sichseine Söhne und Nachfolger nennen zu dür-fen; sie warens, aber nicht in seinem Glücke. Deneinzigen Salomo ausgenommen (und auch dessenNegierung reichte schwerlich an die Hoffnungen, dieman sich von ihm machte, und am wenigsten andas Ideal des ? 2 ten Psalms) kam das ganze ReichDavids bald sehr hinunter. Es thcilte sich nachSalomo's Tode, und der kleinste Theil blieb ander Familie Davids. Beide Reiche wurden derSchauplatz der Verwirrungen und des öftern Uebcr-falls ihrer Nachbarn, bis sich alles im die Gefan-genschaft verlor. Die Gattung von Poesie also,die eine Tochter des Sieges, der Ruhe, des Wohl-standes ist, hat nie mehr eine so glanzende Zeitgefunden, als sie unter David und Salomo erlebte.
Schade, daß uns aus ihr nur Tempel-Königs- und Reichsscücke übrig gebliebensind! denn cs ist offenbar, daß die Psalmen undSalomonischen Schriften zu Einem dieser Zweckegehören. Das Brautlied des 45sten Psalms ist unsnicht anders aufbehalten worden, als weil es einenKönig und die Hoffnungen seines Reichs aus Ora-kelsprüchen Gottes feierte, und also als Religion