der Ebraischen Poesie. 878
Mein ist Gilead, mein ist Manasse,
Ephraim ist mein Helm! Judah führt meinHeer! —
Moab ist mein Waschgefäß 1):
Auf Edvm werf' ich meinen Schuh,
^ Die Philister zisch' ich aus.
Wer führt' uns in die feste Stadt?
Wer leitet uns nach Edom?
Warst du es nicht, 0 Gott! der Kns auch einstverstieß,
Der einst auch nicht mit unfern Heeren zog.
Hilf ferner uns in Dranges Noth,
Denn Mennschenhülf' ist Trug!
Mir Gott noch wollen wir Lhaten thun! —Er tritt die Feind' uns unter'» Fuß.
Ich wüßte kein Volk, bei dem der Kriegcsgesangmit so sanften Ideen vermischt wäre, als dies; diezarteste Bitte und Klage kann an die tapferste,auch wohl härteste Gesinnung grenzen. Offenbarwars die feinere moralische Volksverfassung Moses,die selbst den Kriegsgesängen so früher Zeiten diesensanften Ton gab; das Harle in ihnen ist Schuldder Zeit: das Zartere, Feinere, Religionswirkung
3 . Daher sehen wir auch, daß die sanftestenStellen vom häuslichen Wohle mit kriegerischenBeschreibungen wechseln, und oft die tapferstenGesinnungen zur Elegie werden. Jenes kommt bis-weilen daher, weil mehrere Psalmen zusammen ge-
ll Jetzt fangt die Erzählung der Eroberungen undSiege an.