Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
356
Einzelbild herunterladen
 

356

Vom Geist

Denn sieh, es schlaft und schlummert nieDer Hüter Israels.

Zehovah wird dein Hüter sey»,

Jehooah wird dein Scharte seyn,

Der mit dir zieht (als Freund) zur Seite dir:

Daß Tages dir der Strahl der Sonne ,

Daß Nachts des Mondes Strahl nie schade dir.

Der Herr behüte dich vor allem Unglück:

Er nehme deines Lebens wahr!

Der Herr wird dich behüten, wenn du ausziehst,Und wenn du einziehst, jetzt und künftig hin"

Man denke sich einen jungen Israeliten, der wieein zarter Vogel aus seinem Neste nach den hülfe-bringenden Bergen hinausblickt: er will auf die

Reise, will Jerusalem sehen, und sein alter Vateretwa giebt ihm diesen Segen auf den Weg: so' istWort für Wort erklärt. Es ist kein Auszug ausBabel: denn wer sollte da so segnen? es ist dieStimme eines zärtlichen Abschiedes, die sich nichtsatt reden, nicht satt segnen kann. Auch auf derReise konnte der Psalm einzeln und in Chören ge-sungen werden: man wünschte einander zur Reise

Glück.-

Daß der folgende 122. Psalm ein Lied desVerlangens eines jungen Israeliten sey, der schoneinmal in Jerusalem gewesen und sich jetzt wiederauf den angekündigtcn Zug freuet, haben wir schonbemerktin): der 128. 126. 184. zeigen ihren hiehecgehörigen ähnlichen Inhalt offenbar. Der 124. 129.

m) S.