der Ebrä ischen Poesie. 35r
Hier zwischen Berg und Strom,
Am Jordan und den Hügeln Libanus! —
— Wie Woge dort in Woge rauscht!
Sie rauschen mir wie deine Ströme zu! —
Denn alle deine Wogen, deine StrömeGingen über mich hin!-
Und doch hält mich am Lage nochAufrecht JehovahL HuldUnd in der Nacht ist noch sein Lied mit mir,
Geber zu meinem, dem lebendigen Gott! —
Ich singe zu Gott, meinem Schutz;
„Warum vergissest du mein?
„Warum muß ich so traurig gehn,
„Bedrängt vor meinem Feind'?"
Es schmettert mir durch mein Gebein,
Wenn mich mein Feind verhöhnt,
Wenn Tag für Tag er zu mir spricht;
Wo hilft dir nun dein Gott?
Was grämst du dich, mein Herz, inmir,
Und pochst unruhig auf?
Erwarte Gott, ich werd' ihm doch nochdanken,
Ihm, meinem Retter, meinem Gott!
Ja richte mich, Gott, führe aus mein Recht! —Bon einem unbarmherzgen Volk,
Bon einem Mann voll Trug und Bosheit rette mich!
Denn du bist ja der Gott, dem ich vertrau;Warum entfernst du mich?
Warum muß ich so traurig gehn,
Bedrängt von meinem Feind'? —