Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
343
Einzelbild herunterladen
 

der Ebrai schon Poesie

Kein Lodesnetz ist für sie da U);

Fett und gesund sie :

Sie wissen nichts von Menschenlebens Müh:

Des Unglücks Geißel trifft sie nicht,

Wie andre Sterbliche.

Drum brüsten sie sich in Halsketten stolz,

Ihr Unrecht schmückt mit prächtgcn Kleidern sic i).Aus fetter Wange geht hervor ihr Blickk),

Was sie sich dichten, strömt ihr Herz hinaus!

Sie spotten, reden Böses auf den Freund l),

Redens mit hoher Brust.

Als Himmclsgörier sprechen sic,

Und was sie sprechen, muß die Erde thunm).

Ir) Der Tod wird hier als Jäger vorgestcllt, wie erimmer auf die Schritte der Sterblichen lauert.Diese haben mit ihm einen Bund und mit demGrabe einen Vertrag gemacht, ihnen stellt er kei-ne Netze

i) Nicht nur, daß sie reich und stolz sind; ihrenReichthunr hat ihnen auch die Unterdrückung An-drer gegeben.

L) Will man mit den 7<>. lesen, so habe ich

nichts dagegen, aber auch giebt ein tref-

fendes Bitd. Was ihr Auge hervorblickt, mußgethan werden; so wie, was ihr Herz dichtet.

1 ) : S. den andern Psalm Assaphs Ps. So, ao.

m) Himmel und Erde werden hier entgegen gesetzt.Bis zu jenem recken sie ihr Haupt, als ob sieGötter des Olymps wären; auf der Erde wandeltihr Wort, d. r. cs wird überall schnell Vollführer.Vgl. Ps. 1H7, iS.