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Vom Geist
Erscheint, ihr Geister der Vorwelt, mir!
Laßt tönen die Harfen im Nebelgewand',Einfältig-stark und schön»
Sie schwebten um mich! sie gingen daher.Die Geister der alten Zeit IMit Harfegetön' und HornesklangUnd kriegerischem Schall»
Die Tön' erstarben! sie starben um michIn leisem weinenden Laut. —
Und ein Engel des Aufgangs stand vor mir,Gekleidet in Morgenroth.
Mit der Harfe des Aufgangs sprach er mir:„Laß sterben die Töne! laß sie verwehn!
Ist nicht zu höherm heiligen Gesang'
Gebildet die Sprache dir?
Er schwand im Schimmer des Abendrolhö,Und neue Stimmen erwachten um mich,
Von Ottsrieds rauhen Tönen an p),
Bis der mächtige Luther kamg).
x) Die ältesten Gedichte der Deutschen, die wir ha-ben, sind Commentare der Bibel. Auch der äl-teste Hexameter unsrer Sprache ist der iv'xtePsalm: eine Umschreibung voll kräftiger Aus-drücke, von der wir vielleicht zu andrer Zeit eineProbe geben* *).
*) Der berühmte Natur- und SprachforscherConrad Geßner machte die ersten Versu-che in deutscher» Hexametern, in seinem Mi-thridates i555, (wovon eine Probe in Baum-garten Nachr. von einer Höllischen Bibl. B>VI. 356.) Anm. d. Herausg.
g) Luthers Liedersprache und Bibel-Nebersetzung hat