Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
317
Einzelbild herunterladen
 

Mit Jubeltanz: sie gehen jetzt hineinIn Königes Pallast,

Statt deiner Väter werden,

O Königin, dir deine Söhne seyn?

Zu Fürsten wirst du setzen sieIm weiten Land' umher.

Ich aber breite

Dein Lob hin von Geschlechts zu Geschlecht,

Durch meine Lieder singen dich die VölkerIn Ewigkeit! in Ewigkeit!

Ich habe dem Gesänge die liebliche Einfalt seinerZeit durch neuern Putz nicht zerstören mögen: aufihr beruhet, nach den Sitten des Orients, derFortgang und die ganze darstellende Handlung derOde. Mit einer Ankündigung des Inhalts, gleich-sam einer Dedication an den König, beginnet dasLied, das sodann zuerst den Bräutigam in allenSchmuck der Schönheit, Grazie, Helden- und Kö-nigstracht kleidet und ihn also zuforderst ehrfurchts-und liebenswcrlh macht, ehe es ihm die Braut zurSeite stellet. Aus Salomonischen Zeiten ist dasLied, wie geschilderte Pracht des Pallasts, der frem-den Königstöchter, am meisten das Bild des Köni-ges selbst zeiget, auf den alle Segnungen, die GottDavids Geschlecht versprach, in vollem Maas ge-legt werden. Als Held und König wird er in seineWaffen, den goldenen Sceptec in der Hand, dasreiche Salböl auf dem Haupte, seine Kleider vonWohlgcrüchen duftend, gekleidet; und alle dieseBlumen sprießen, theils aus der Geschichte Salo-monS, der vor seinen Brüdern zur Krone kam,theils aus dem Segen über ihn, daß sein Reich