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Vom Geist
ein friedliches ewiges Reich der Gerechtigkeit unddes Beistanoes der Unterdrückten sepn sollte. —Jetzt wendet sich der Gesang zu seiner Geliebten.Viel Königstöchter erfreuen ihn in seinem Palla-ste; aber Eine ist seine Liebe, seine Schöne: alsBraut und Gemahlin stehet sie ihm zur Seite, ge-kleidet ins feinste Gold. Kindlich-schön wendet sichder Gesang an die beschämte furchtsame Braut, daßsic aus ihrem Schleier blicke und auf ihn merke.Vergessen müsse sie jetzt ihres Vaterlandes und sichihrem Könige neigen; er werde sie dafür lieben undsich nach ihren Reizen sehnen — alles in morgen-ländischer Sitte, wo die Braut beinahe noch einKind und die Uebermacht des Mannes über sie sogroß war. Bald sollen ihr die Töchter Tyrus, derHandelsstadt aller Kostbarkeiten, mit schönen Braut-Geschenken aufwarten, reiche Fürsten würden baldum ihre Vorsprache bitten. Schmeichelnd tritt derGesang naher, daß sie nicht nur im Putze schön,daß ihre größte Lieblichkeit ihr verborgenes Selbstsey, mit dem sie alle ihre Edelsteine überglänze:der Dichter aber laßt, (das wollte die keusche Sittedes Orients) dem Bilde keinen Zügel. Sogleichwieder reich bekleidet, wird sie in den Pallast ge-führt: der Zug geht mit Jubel und Gesang ihmaus dem Blicke, und er wünscht ihr nur, ebenfallsverschwiegen und sittsam angedeulet, er wünscht ihrden ehelichen Segen nach. Der Gesang schließtprächtig, wie er fein und künstlich ansing: ganzBescheidenheit, Pracht und Anmurh. UngenannterKorahitc, der du ihn sangst, eine Rose der Liebeblühe auf deinem Grabe I