in Sprache, Trost und Lehre auf ihre Zeiten; hieraber wellen wir die Urzeit sehen und in ihr dasHerz, den Verstand Davids und seiner Dichter.
2 . Sonach suche man zuerst die Gegenständeund Sitnarionen, auf welche gedichtet ward. Vorvielen Psalmen sind sic bemerkt; in andern giebtsder ähnliche Inhalt; noch in andern lasse mans un-entschieden. Für zweierlei aber hüte man sich hie-bei. Zuforderst, daß man nicht über jeden kleinenUmstand im Lsbcn Davids einen Psalm fordere;noch daß man ans jedem kleinen Tropus im Psalmeine Situation seines Lebens dichte. Das erste hatman bei David gethan, wie bei jedem lyrischenDichter: man wollte alles belegen, man wollte überjeden kleinen Umstand einen Dcnkpfosten (
haben. Bein; zweiten, aus jedem Psalmwort eineSituation zu finden, hat man gar Gräuel, (Pocken-Psalmen und andre Dinge) geboren, von denenzwar der Ausleger, nicht aber der Dichter wußte.
3. Man studire die eigne Sprache Davidsund seiner Sänger durch Vergleichung verschiednerPsalmen unter sich und mit der Geschichte. Daßder königliche Dichter seine Lieblingsausdrücke habe,bedarf keines Erweises; sie lassen sich alle aus sei-nen Situationen erklären. „Der Herr ist mein„Schild, er ist mir zur Rechten, er macht mir„Raum, er führt mich auf Höhen" u. f. sind der-gleichen: und eine Reihe andrer, die zum Theilmit ziemlich weggcbogcner Bedeutung Jahrhundertedurch der Kirchensprache geläufig geworden sind. Einpoetisches Idiotikon über diese Lieder wäre also ein