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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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301
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der Ebrätschen Poesie. 3oi.

Es wird schon die Pracht eines Königs und einerbürgerlichen Regierung besungen; das milderte undregelte die heilige Wuth der alten Muse. Auch dieGeschichte andrer Völker sagt uns , > daß zur glanz,reichen Poesie der Glanz eines Königs gehöre, des,sen Regierung zwar thakcnrcichen Stoff zu Liederngiebt, dessen Regierung aber auch Ordnung undRuhe gewahrt, Liese erbeuteten Schäze zu gebrau,chen und zu ordnen. Davids Regierung macht diesePeriode der klassischen Poesie der Ebraer,, welcherSalomo und die Propheten folgten.

Indessen ist es auch unverkennbar, daß damitdie rohe Starke, der lebendige Tanz > und Wohl-laut der alten Poesie kaum erreicht ward: Ge-sänge wie Moses und der Deborah, eine Bilder-sprache wie Hiobs, Bileams und Jothams suchtman vergebens in den Psalmen. Offenbar herrschtEinförmigkeit in denselben, weil alles um den BergZion versammelt war und alles sich in den Kreisder Gesänge und Denkart Davids einschränkte. JeneHügel der Propheten voll freier Naturpoesie wurdenleer: die Scher Davids waren keine Dichter; seinverordnetcr Assaph nur weissagte auf Saiten underst nach Jahrhunderten fand sich die Poesie derPropheten wieder. So hat alles in der Welt seinenGang und jede menschliche Einrichtung ihre ver-schiedenen Seiten. Was die Poesie an gottesdienst-licher, politischer, lyrischer Kultur gewann, verlorsie vielleicht an natürlicher Starke.

Kein Buch der Schrift, außer dem Hohenliede,hat das Schicksal so vieler Mißdeutungen und Ab-lenkungen von seinem ursprüglichen Sinne gehabt,