292
Bon» Geisk
der! nur, bis er auf die Höhe kam, bei ihm ver-weilte.) Der kleinfügige Eselsucher fühlte zuerst iwihren Liedern, die wahrscheinlich sein KönigÄsiück,sein« Königswürde sangen, erhabnere Gedanken,freiem Muth; und auch noch spater, als er Davidverfolgte, vergaß er selbst seines Todfeindes undsetzte sich nackt, d. i. in der einfachen Propheten-kleidung, von seinem Königsschmuck entladen, un-ter sie, und begeisterte seine Saiten. —Waren unsvon diesen Hügeln Gottes, von diesen freien Höhenvoll National- und Naturdichtung noch einige Pro-ben übrig! — Aber sie sind nicht mehr. Die Re-sidenz-, die Hof- und Tempeldichtkunst des Köni-ges David machte bald diese Hügel öde, zog allesin einem engen Kreise um sich her; und jene altenKrieges- und Siegcsliedcr, jene Fabeln, jene freienGesänge der Propheten Samuels — gingen ver-rohren.
Doch auch von Davids Dichtkunst gehört so-wohl der Keim, als die erste Blüthe in diese Zei-ten. Die Auen seiner Heerde ertönten von Gesän-gen seiner jugendlichen Muse: ec fand durch sie denZugang zum Könige und Jonathans Freundschaft.Mehr als alle Lieder charakterisirt diese Zeit Davidsund Jonathans Freundschaft. Ein Jüngling er-scheint vor ihm, nach einer raschen Jünglingslhat,die er selbst nicht vollführen konnte; und statt ihn zuneiden, gefällt er ihma): ,,cr verband sein Herzmit demHcrzen'DavidS und gewann ihn lieb", und
e) 1 Sam. 18, 3 . ü.