Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

225

der Ebrai sehen Poesie.

nommen K), ist hierüber Zeugin; und das Morgen-land , dazu hier ein wildes Volk auf den Gebir-gen, zumal in so allen Zeiten, sagt damit nichtsBesonderes. Es war eins von den unsterblichenVerdiensten Moses, daß er, von lauter abergläubi-schen Völkern umgeben, bei seiner Gesetzgebung demAberglauben am meisten entgegen trat und Zaube-reien, Verwünschungen, Segenssprüche durchausnicht dulden wollte. Das Lied beim Brunnen, daseben in diese Zeit fallt c), war vcrmuthlich auch da-zu, um Aberglauben des Volks zu verhüten ä).

Komm herauf, Brunn!

Singet ihm entgegen!

Diesen Brunn entdeckten uns die Fürsten!

Ihn bezeichneten des Volkes Edlen,

Mir ihren Sceptern!

Mit ihren Stäben!

Wahrscheinlich ließ Moses den Ort durch die Stabeder Stammesfürsten bezeichnen, damit kein Zauber-stab dazu käme. Bileam mußte selbst von die-

b) Die letzten hielten bekanntermaßen incantatorss.ci ss Mos. 2t, 16.

ck) Noch jetzt glauben die Araber, Fische beschwörenzu können, daß sie haufenweise herankomme»,wenn sie ihnen Lall Lai! (komm! komm!) zu-rgfen, und gerade ist dies bas erste Wort desLiedes. (S. Niebuhrs Reisen LH. 2.) Auch beiandern Völkern habe ich von solchen Zaubertöncngelesen, dadurch sie Wasser aus der Erde hervor-zulocken glauben.

Herders Werke,. Rel. u. Theol. II. P