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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Eb rätschen Poesie. 291

bensstadt sey: denn eher bindet der Sieger nichtseinen Esel an den Weinstock und wäscht seinenMantel im Blut der Trauben, bis die Völker ihmruhig gehorchen. Judah hat diese Pflichten eini-germaaßen, nicht aber ganz erfüllet. Er trieb seineBrüder nicht aus Aegypten, er ließ sich unterdrückenwie jene, bis ein Levit kam und das Volk befreite.In der Wüste zog Judah, (wahrscheinlich mit demPanier des Löwen aus diesem Segensspruch) seinenBrüdern voran; aber sobald sie nach Siloh kamen,nahm er auch (ebenfalls gestützt aus diesen Segen)den ersten Theil dcs eroberten Landes weg, obwohl,wie doch eben auch der Vater wollte, die Völkerihm noch nicht alle gehorchten. Nun hatte er frei-lich ein Land, reich an Weinbergen und Waiden;allein viele seiner Brüder darbte», und als nach-her die Frage ans heilige Orakel geschah:wer sollden Krieg führen?" konnte keine andere Antwort,(auch nach diesem Segensspruch,) erwartet wer-den, als:Judah soll ihn führen!" denn das warja seines Vorranges Pflicht, nach welchem er sichzuerst das halbe Kanaan zugecignet hatte. Seit-dem der glorreichste König, David, aus diesemStamme war, konnte es nicht fehlen, daß nichtalle Bilder des alten Geschlechkssegens vorzüglichauf ihn übertragen wurden : und so lagerte sich derLöwe aus Judah schon in einer höhern Bedeutung.Jerusalem heißt beim Propheten Ariel, Gottes Löwe:der Ueberwinder tunkte seinen Mantel jetzt ins Blutder Feinde, wie ihn der Stammvater vorher insunschuldige Blut der Trauben getunkt hatte. Auchauf das Geschlecht Davids gingen mit der Zeit dieseBilder über und auf den zukünftigen König der