190 Bom Geist
Denn bindet er sein Füllen an den Weinstockl)An edle Reben seiner Es'lin Sohn:
Und wascht sein Kleid in Wein,
Wascht seinen Mantel in der Trauben Blut:
Seine Augen funkeln Wein,
Seine Zähne glanzen Milch.
Jeder fühlt, daß das ganze Bild nur Ein Zug scy.Judah wird zum Erstgebornen an Ansehen undMacht ernannt, damit er allen voranziehe, daßseine Faust zuerst am Nacken seiner Feinde, daß erein tapfrer Löwe sey, damit er sich in Kanaan instolzer Ruhe lagre. Der Zug geht nach Silo, undJakob mochte den Ort nennen, weil er in seinereigentlichen Gegend, zwischen Sichern und Bethelgelegen war; womit er also Judah aufgab, nichteher den Führerstab niederzulegen, bis er in seinväterlich Erbtheil angelangt sey. ".Indessen zeigt derParallelismus, daß es dem Weissager hier mehrals ein Name, daß es ihm eine Ruhe - und Frie-
1) In so erweitertem Sinne später diese Bilder ge-nommen sind, so sollen sie ursprünglich nichts alsden Uebermuth des Helden in seinem reichen,neuen Lande bezeichnen. Deshalb steigt er abund bindet den Esel an die edle Rebe, wäschtseinen Mantel in Wein, spült den Mund mitMilch : sein Auge röthelt vom Wein u. f. — Anmoralische Deutungen dachte der Altvater schwer-lich; desto mehr aber daran, daß er mit Vorhal-tung der stolzen übermüthigen Ruhe den StammJudah zum ersten Zuge nach Kanaan zu weckenund auszumuntern strebte.