Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

i83

Vom Geist

Deine Faust wird scyn am Nacken deiner Feinde,Sie bücken sich dir, deines Vaters Söhne.

Ein junger Löw' ist Judah!

Vom Raube, mein Sohn, bist du so hoch gewor-den !

Er wirst sich, streckt sich nieder wie ein Löwe,

Wie ein starker Löwe, wer reizt ihn auf?

Nie wird der Führerstab von Judah weichen:Nie weicht der Heldenstab von seinen Zügen Ir)

fliehenden Feinde/" Der Parallclismus erklärtdas Bild; ganz aber in der Einfalt damaligerZeiten.

k) Ich wage cs, das zu lassen, so sehr ei-nige für das der samaritischen Abschrift

sind. Dachte wohl der alte Hirrenvater an Kriegs-fahnen, da seine Söhne als Hirten vor ihm stan-den und da alle andere Bilder in dieser Einfaltsind ? Judahs Faust ist am Racken seiner Feinde,er raubt wie ein Löwe, er zieht auf dem Eselals Ueberwinder und sättigt sich übcrmüthig-stolzmit Wein und Milch. Das mahlen die Bil-der; und wie kämen unter sie Kriegsfahnen? Zudem, geht der Commaudostab zwischen die-sen? oder geht er vor ihnen her? Auch derParallelismus will etwas anders: denn dieserheißt:

Nie wird wegkommenidcr Stammcsstablvom Judal,:

nie wirdwegkommenjdcr Beschlstab jvon zwischen seinen Füßen;

also natürlich: er wird ihn immer behalten,und da hier vom Ziehen nach Kanaan, nach Si-loh, die Rede ist, so wird der Sinn klar:Iu-