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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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186
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Vom Geist

Du bist der Erste nicht mehr:

Denn du bestiegst das Bette deines Vaters,

Mein Bett' hast du entweiht, da du's bestiegst.

(Trauriger Anfang! schmerzhaft für Vater undSohn. Dieser hat sein Geschlecht entweiht; ihmwird auch die Krone des Geschlechts, die Stammes-ehre der Erstgeburt, vom Haupt genommen und,wie wir sehen werden, zween andern gegeben. Ju-dah bekommt den Vorzug der Würde, den Bcfthl-stab: Joseph bekommt das doppelte Erbtheil; unddas Priesterthum, (von dem indeß Jakob noch nichtwußte) bekam späterhin Levi. Wie ein gemeinerStamm sollte Rüben erben und der Befehl wardbefolgt. Der Vater wies ihm keine Grenzen anund er erbte nachher ausserhalb dem eigentlichen hei-ligen Lande. Welch ein traurigschönes Bild, daßder Ueberfluß, der ihm an Würde und Macht ge-bühre, ihm jetzt wie eine stolze Welle vorüberrau-sche! feine Hoffnungen sind durch seine Schuld ver-eitelt.)

Simeon und Levi! Brüder sind sie,

Mörderwaffen waren ihre Schwerter!

In ihren Blutanschlag kam meine Seele nicht,Mein Herz verband sich nicht mit ihrer Mordver-sammlung ,

Als sie im Grimm den tapfer» Mann erschlugen,Als sie von Rachsucht voll den edlen Stier ent-nervten b)

b) Stier und Mann sind hier Synonyme. Das zeigtder Parallelismus, und wir wissen auch aus derPoesie der Griechen, daß ein prächtiger Stier das