Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

776

Vom Geist

druck/ Der übertretende Theil sieht sie als Conven-tionen an, die er auch überspringen dürfe, und derGesetzgeber Übertritt sie zuerst. So sollte MosesVerfassung nicht seyn. Wie Naturordnung Gottessollte sie angesehen werden: so singen sie auch diePropheten und Psalmen.

Rehmts also wenigstens für Nothwendigkeit,nehmts für Gesetzgeber-Klugheit und Dcmuth an,daß Moses Gesetze mit dem Glanz der Göttlichkeitgeprägt erschienen. Zum Besten seines Volks errich-tete er eine ewige Denkfaule, und sein Name solltedabei nicht gepriesen werden; der Genius des Volkshat das Werk errichtet.

Das würde ich antworten, wenn feine Gesetzeauch nur vorgegeben - göttlich waren; warum müß-ten sie aber nur vorgegeben-göttlich seyn? Hat dieVorsehung ein anderes Werk unter den Menschen,als Gesetze und Ordnung, Licht und Wahrheit un-ter den Völkern zu schaffen und auszubreiten? undist je durch eine Anstalt so viel dieser göttlichenGaben befördert worden, als durch die reine, weisesittliche Gesetzgebung Moses?

Und giebt es, nach dem Begriff aller Völker,ein edleres Werk Gottes in menschlichen Seelen,als göttliche Gedanken, höhere Regungen, Zweckeund Kräfte, die er zur Bildung Tausender Einemerlesenen Mann mitiheilt ? Jene alte Gesetzgeber,die frühesten und größten Wohlthäter der Mensch-heit, sind sie nicht allesammt von ihren Zeitgenossenoder Nachkommen für Genossen der Gottheit gehal-ten worden? und welcher derselben in so frühenZeiten reicht an Moses?

Wer