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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Ebräischen Poesie. ,176

nicht: denn es war einmal Nationalverfassung,nach welcher auch die Propheten sprechen und Han«dein mußten; nur leider! fand sich kein solcher lnden entscheidenden ersten Zeiten. Josua war nurHeld, Eleasar nur Priester. Die Gewalt war ge-thcilt, und die rohen Stamme verließen die Grund-ideen Moses. Ob es in spätcrn Zeiten, obs nachder Gefangenschaft einen Propheten, wie Moses,gegeben habe? wollen wir späterhin sehen; genug,wer ein menschliches Herz in der Brust hat, weres fühlt, was das unausgeführte, halb verlohnt»Werk Eines Jahrs, geschweige eines ganzen Lebens,der Seele für Schmerzen und Wünsche gewahre, wirder dem sterbenden Nomokrator eine so patriotischeHoffnung nicht wenigstens als letzten Trost gönnenwollen? Es war ja der einzige Lohn seines müh-samen säuern Lebens.

9.Daß aber Moses seine Gesetzgebung fürGottes Werk, seine Tafeln für Handschrift Jeho»vahs ausgab, und in sein Volk jenen menschenfeind-lichen , religiösen Hochmuth pflanzte?"

Und wenn er sich blos dafür ausgegebenhatte: thar er nicht wohl daran? Hatte er ein an-der Mittel, seine Absicht zu erreichen? Man lese,was der Mann die 4a Jahre über litt, was er beiallen Wundern, Wohlthaten und Gerichten imNamen Gottes litt; wie, wenn er mit dem kaltenLichtlein politischer Vernunft ausgetreten wäre, seine60c»,000 Rebellen zu bändigen und zu überreden!

Gesetze müssen heilig sepn, und für ein rohesVolk, wie dies war, konnten sie nicht anders alsdurch göttliches Ansehen heilig werden. Noch jetztfehlt unfern besten Gesetzen Heiligkeit und Nach-