Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174

Vom Geist

gen bleibenden Gott aufeichtet. Wie haben dieeine Halste des erhabenen Liedes schon gehabt: las-set uns die zweite hören:

Wer siehets ein, daß dies, o Gott, dein Zorn ist?Daß man dich fürchte, der so furchtbar zürner!-Lehr' uns, Herr! damit wir, unsere Lage zählend,Uns Weisheit scha/fen in das Herz.

Kehr' um, Jehovah! wie so lange zürnst du lGieb Trost uns wieder; wir sind ja deiw Volk.Erfreu uns bald mit deiner alten Huld,

So jauchzen wir, so freuen wir uns nochIn unfern Lebens-Lagen.

In unfern Lebenslagen, Herr! erfreu uns wieder,Die du so lang betrübt,

Die so viel Jahre lang nur Unglück sahn»

Laß sehn uns,-Herr, was duFürhast mit deinen Knechten,

Zeig' ihnen, ihren Kindern zeige deine Gunst.

Der sanfte Blick Jehovah unsers GottesSey mit uns wieder! Herr, befestigeDie Arbeit unsrer Hände;

Das Werk von unfern Händen fcst'ge du!

Umsonst! Der Bittende sollte die Befestigung seinesWerks in Kanaan nicht erleben , und da er als einGreis von 120 Jahren seinen Tod vor sich sah, daer sein Volk kannte und niemand gewahr ward,der seine Stelle ganz vertreten könnte; was bliebdem Armen übrig? womit konnte er sich aufrich-ten , als mit der Hoffnung, daß Gott selbst einenandern Mann wie ihn erwecken würde, der seinWerk ausführte? und dem sollte Israel gehorchen.Zerstören konnte und wollte ein solcher Moses Weck