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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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171
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der Ebrai sehen Poesie/ 171

der Notion, welche Ehre der Familien wäre diesgewesen! Alle Häupter ihrer Familien, die ober-sten Richter, .Fürsten des Volks, Diener am Pal-last Jehovahs. Aufs innigste waren dadurch dieStamme verbunden gewesen, und keine Eifersuchthatte sie trennen mögen.

Als aber Israel ums goldne Kalb tanzte, alsMoses sah, daß er sich aufs rohe Volk im Ganzennicht zu verlassen habe, ja daß dies noch viel zuweit zurück sey, um durch seine, eines Mannes,Hände zum Dienst der gesummten Nation im Na-men Jehovahs zubcreitet zu werden; was blieb demGesetzgeber übrig, als daß er einen Stamm wählte,und durch denselben auf die übrigen wirkte? DieseIdee kam der ägyptischen Verfassung naher, undwar allerdings auszuführen leichter; sie warf aberauch nothwendig den Zankapfel der Eifersucht zwi-schen die Stamme, die alle sich diesem Einen er-wählten Stamm nachgesetzt glaubten. Natürlichwählte Moses den i), der ihm der nächste und treue-ste war, der sich bei Gelegenheit des goldnen Kal-bes, d. i. der Rebellion gegen Jehovah treu erwie-sen, überdem Aaron an der Spitze hatte. MosesBruder, der angesehene zweite Befreier Israels,ward also der Fürst Gottes, das schöne gezierteBild eines Königes und obersten Richters , das abernur Bild war. Moses schonte die Freiheit seinerNation, wie er sie schonen konnte. Der StammLcvi hatte kein Erbtheil, keine ausführende, noch

i) 2 Mos. 32, 2A.