Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

Vom Geist

i6o

Er trinke und vergesse seines Jammers,

Und denke seiner Noth nicht mehr.

Khu für den Stummen auf den Mund!

Und nimm dich vor Gericht der Waisen an.

Thu auf den Mund und richte recht

Und schaffe Recht dem unterdrückten Armen.

*

*

Ein Weib von Lugendkraft, wie selten ists zu finden !Der Perlen Kostbarkeit reicht nicht an ihren Werth.Auf sie kann sich des Mannes Herz verlassen;

So hat er Beute gnug.

Nur Lieb und Gutes wird sie ihm erzeigen,

Kein Leides thut sie ihm ihr Leben lang.

Wewerbsam sucht sic sich Baumwoll' und Wolle,Und wirkt daran mir rascher froher Hand;

Ist wie ein Kaufmannsschiff, das Maaren bringet,Won ferne schafft sie Nahrung sich herbei.

Sie stehet auf, noch ist es Nacht,

Eiebt ihrem Hause Brod und ihren Mägden Arbeit:Denkt auf ein Ackerfeld und kaufet es,

Bon ihrer Hände Frucht pflanzt sie sich einen Weinberg.

Und gürtet sich mit neuer Kraft,

Stärkt ihre Arme stets zu neuem Fleiß:

Denn sie schmeckt ihres Fleißes süße Frucht;

Auch in der Nacht verlöscht nun ihre Lampe nicht.

Sie greifet nach dem Rocke» hin,

Die Spindel ist in ihrer Hand;

Und öffnet ihre Hand dem Armen,

Weut sie dem Jammervollen dar.

Sie fürchtet ihrem Hause nichtFür harten Winters Zeit:

Denn all' ihr Haus hat doppelt Kleid.

Und