Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

der Ebräischen Poesie. i5g

wie zart und feingefüblt aber sind dafür alle Sce-nen im Garten der Liebe des Hohenliedes! Diesüßesten Reste blühen da wie Blumen, die zartestenFrüchte werden mit einer Unschuld der Bruder- undSchwesterliche gekostet. In den Sprüchen Salomenssind Weisheit und Thorheit Weiber. Diese konnteunter keinem warnendem Bilde, als der Personifi-kation einer verführenden Ehebrecherin vocgestellt wer-den ; jene, die belehrende und erquickende Weisheitwird dem Jünglinge Braut, Mutter, Geliebte, jadie geliebte Tochter Gottes von Ewiokeit her. Dievielleicht stärkste Stelle in Salomens Sprüchen isteine Lehre, die ihn seine Mutter lehrte ich glaubemeinen Vortrag angenehm zu unterbrechen, wennich sie samnit dem ihm zugesügtcn Lobe der Weiberhicher setze; sie bestätigt, was ich sagte, durch eineProle:k)

Ach du mein Sohn! bn meines Herzens Sohn!Du aller meiner Wünsche Sohn!

Gib nicht den Weibern deine Macht,

Vertraue deine Wege nichtDen Könige - Berderberinnen an.

Auch Wein nicht, Lemuel! den Königen,

Den Königen gebührt nicht stark Getränk;

Den Machtbeyerrschern nichts Berauschendes.

Sie tränken und vergäßen der GesetzeUnd krümmeten die Nechtssach' aller Armen,

Dem Hoffnungslosen reicher Wein;

Dem Bitterlichbetrübten süßen Trank.

ck) Spr. Sal. Kap. zr.