Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

der Ebräischen Poesie.

167

Ein Neues wird Iehovah schaffen im Lande,

Das Weib umgiebt den Mann:

(D. i> es ist so sicher umher, daß das Weib ihnschützen und nach dem Zustande der alten Welt inhäuslicher Glückseligkeit ihn als Krone umgeben kann.)Moses Gesetze schätzen diese Familicnfreude sehr hoch.Selbst vom Kriege sprach der menschliche Gesetzgeberjeden Mann frei, der ein Haus qebauet und nochnicht eingeweiht, der einen Weinberg gepflanzt undnoch nicht von seiner Frucht genossen, der ihm einWeib vertrauet und sie noch nicht heimgcholet hatte.Er bleibe daheim, sprach der edelfühlende Weise,damit er nicht im Kriege sterbe und ein andererweihe-das Haus, und ein andrer genieße des Wcin-stocks und ein anderer hole seine Vertraute heim *) l"Segen auf den Gesetzgeber, der also dachte!

Die Gesetze Moses sorgen daher auch so ange-legentlich für die Zucht und Keuschheit der TöchterIsraels, für die Grade der Verbindung und für ei-nen öffentlichen Wohlstand der Sitten zwischen bei-den Geschlechtern. Keine Unzüchtige sollte in Israelseyn: der Gesetzgeber kam allem zuvor, was die

Menschheit frühe entehren, den Umgang zwischenVerwandten gefährlich oder das Weib in den Augendes Mannes verächtlich machen könnte; von allendiesen Seiten sind die Gesetze Moses die sittsamstenund bedächtigsten, die unter einem solchen Klimagemacht wurden. Man sammle die SittcnsprücheSalomons und Sirachs, die von den Tugenden und

*) b Mos. -o, 5-7.