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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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über sann und dichtete. Indessen ists eben so ge-wiß, daß die schönsten Zeiten der Ebraischen Dicht-kunst von allen den Fabeln nichts wissen, die derspate Allegoriengeist aussann. Was David vorn ge-heimen Sinn des Gesetzes singt, ist ganz in Moseenthalten, und die Entwicklungen der Prophetenbleiben immer dem Ganzen der Institution treu,ohne jeden Nagel des Gcrüsts zu theilen- Nach derGefangenschaft, als der zweite Tempel gebaut wer-den sollte, singen einzelne Expositionen an; abernoch mit sparsamer Weisheit, wie Haggai und Za-charias zeigen. Aus Aegypten zuerst verbreitete sichder Deutungsgeist in gar spatern Zeiten.

Damit sage ich nicht, daß Moses Bau undGottesdienst auch in kleinen Stücken nicht bedeu»tungsvoil gewesen ; er wars, nur im Umfange seinerGesetzgebung und im Verhältnis; einzelner Stückezum Ganzen. Moses war aus Aegypten, und wirwissen, wie Aegypten die Hieroglyphe auch in hei-ligen Gebäuden, auch im Gottesdienst liebte. Voneinigen erklärt er selbst die Bedeutung u) und bringtuns dadurch auf den Weg; nie aber muß man ausMoses Zeit, aus seinem Gesichtskreise weichen, oderman kehrt das unterste zu oberst. Einiges hier-von wird bei Veranlassungen der Propheten Vorkom-men : einiges ist in nachstehendem Gedicht angcdeu-

2) So redet Moses vom Beschneiden der Herzen,daß der Priester, wenn er ins Heiligthum gehe,die Sünde des Bolks trage u. f. Das letzte Sym-bol har wahrscheinlich zum schönen Lüsten KapitelJesaias Anlaß gegeben, wie der rite Bers zeiget»