der Ebrätschen Poesie. i35
ster gekleidet k): d. i. weil sie Richter und heiligePersonen, Bewahrer und Ausübor der Einrichtungdes Landes waren, auf der die Glückseligkeit derNation beruhete: so war ihr AmtSschmuck auch dasSymbol beider, der Gerechtigkeit und allgemeinenOrdnung, des Wohlstandes der Nation und derFreude Jchovahs an derselben. Aus dieser Ideeentspringen Bilder in Mose, den Propheten undPsalmen, die uns fremd und Spöttern gar lächer-lich Vorkommen, weil wir nichts von solchen heili-gen Symbolen, die ein Gegenstand der Hochachtungdes ganzen Volks waren, mehr haben oder fühlen.Unsre Priester sind mit Verachtung bekleidet: ihr
Schmuck ist der Sack der Armuth. Das Wort „öf-fentliche Religion"-ist in vielen Ländern so verächt-lich, daß, wo wir auch aus ganz andern Verfas-sungen und Zeiten nur das Wort „Priester" lesen,auch das edelste Bild uns widrig und klein vor-kommt. Dort konnte der Verfall des Landes demVolk nicht rührender und sinnlicher gemacht werden,als wenn es hieß: „Das Hciligthum ist entweihet:die Krone der Herrlichkeit Gottes ist von des ober-sten Priesters Haupt gefallen: die Priester gehn inSäcken und trauren." Ihre Entweihung war die
daher er auch ohne diesen Gerichtsschmuck nie vorJehovah erscheinen durste. Weiter war Urim undThummin erweislich nichts, und zwei Würfelkonnten es nicht sey», weil oft solch eine bestimmte,umständliche Antwort gegeben wurde, als Wür-fel nie geben konnten,k) Ps. i 32 , 9. 16.