der Ebräischcn Poesie. i33
Priester, war der Gerechtigkeit erster Diener. SeinBrustschmuck hieß der Schmuck des Gerichts, wiebei den Aegyptern der oberste Priester und Richterbas Bild der Gerechtigkeit vor sich trug. Diesertrug kein Bild; aber die Namen der zwölf Stam-me seiner Brüder, auf Edelgestcine gegraben, soll-ten auf seinem Herzen ruhen, und mit ihnen Lichtund Recht, d. i. e) das vollkommenste Licht, derentscheidenste Ausspruch in seiner Brust wohnen.
e) Daß Urim und Lhummim das völligste WahresteLicht bedeute, leidet keinen Zweifel; und eben sowenig dürfte es Zweifel leiden, daß der Ausdruck:„du sollt den Gerichtsschmuck zum Urim und-Lhum-mim machen, (setzen, geben)," im Ebraischennichts anders bedeute, als: du sollt es zum Kleinodund Jnsigne des höchsten, wahresten Richterspruchssetzen, bei dem keine Ausflucht, kein Zweifel mehrgelte. — Ich entscheide nicht, wie das OrakelGottes im Allerhciligsten dem Hohepriester geant-wortet habe? Ob durch eine vernehmliche Stim-me, wie dem Moses, oder durch eine innere Len-kung seiner Gedanken, daß, wenn er mit seinerFrage diesen unzugangbaren heiligen Ort betrat,er sich wie von der Gottheit ergriffen und mit derWahrheit begeistert fühlte; genug aber, der Ho-hepriester antwortete im Namen Gottes^ und Gottdurchs Urim und Lhummim fragen, heißt nichtsanders, als ihn durch die Person fragen, die dasUrim und Lhummim trug, die ihn also eben die-ses Kleinods wegen zu fragen berechtigt war, alsolegirimo niocko, durch den obersten Richter.Siehe die deutliche Stelle h Mos. 27. B. sr. Sei-