Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

So durfte der patriotische Gesang die Tyrannenschelten und ihnen plötzlich in ihren Divan den Kö-nig stellen, in dessen Namen sie allein Richter undFürsten seines Volks waren. Der Dichter erinnertesie nur an die positive Constitution ihres Landes-Feuriger schilt der 94. Psalm, eben dieses Inhalts.Alle Gesänge, die Gott als König besingen, (poli-tische Lobgcsänge über die Grundversassung Judäa's)sind so stolz auf diese, daß sie Meer und Erde, Na-tionen und Völker aufrufcn, cs einzugestehcn, daßihr Gott allein ein rechtmäßig billiger König sey,daß Judah allein solche Verfassungen habe, die ewig,wie Gott, stark und unüberwindlich, wie die Na-tur, sind : denn beide seyn das Werk Eines Got-tes. Es ist die Art mehrerer Psalmen, WunderGottes im Reich der Natur und Verfassungen un-ter ihnen, die sie auch als Wunder darstellen, zupaaren und wie cs scheinen möchte, durch einanderzu werfen. Wahrscheinlich haben die Chöre in die-sen Enumerationen abgewcchselt: sie machen aber

auch den Gang des Liedes, das das Große undKleine wie Eins betrachtet, stolz und prächtig,i. 2. Lobet Jchovah *) !

1. Denn es ist schön, zu singen unserm Gott!

2. Denn es tönt lieblich ein wohlklingend Lob!

1. Jehovah baut Jerusalem-!),

Und sammlet die Zerstreuten Israels,

*) Pst

ä) Ich schließe bei der Vertheilung dieses Gesangesnicht aus, daß die zwei Glieder des Parallelismus