Gott steht in der Versammlung seines Volks b)In Mitte der Erdcngörter halt er Gericht.
Wie lange richtet unrecht ihr?
Und sehet die Person der Unterdrücker an?
Schafft Recht dem Armen und dem Waisen,
Dem Unterdrückten, auch dem Bettler Recht lErrettet den Entkräfteten, den Armen,
Errettet aus ver Hand der Bösemichter ihn. —
Sie wissen, sie vcrstebens nicht!
In ihrem dunkeln Sinne gehn sie hin;
Drum wanken auch die Vesten unsres Landes.
Ich nannte Götter euch!
Des Hocherhabnen Söhn' euch allesammt;
Allein wie schwache Menschen müßt ihr sterbenUnd allesammt wie Einer zu Grunde gehno).Erhebe dich Gott und richte das Land:
Denn alle Stamme sind dein Erbreich ja.
K) Ps. 82. Gott saß Gericht im Mittelpunkt desLandes, dem Allerheiligsten, wo ihn in zweifel-haften Fallen der erste Richter befragte: er saßauch in allen Collegien des Landes, die nur inseinem Namen gehalten wurden. Nur Gort warKönig und Richter: auch da Könige waren, konn-ten und sollten sie nur als Statthalter Gottes an-gesehen werden, über die die Landesoerfassung dasGesetz war.
c) Der 7. Vers ist dem 6ten in beiden Gliedernentgegen gesetzt. Stellt man sie recht gegen ein-ander; Götter und Menschen, allesammt und Ei-ner; so ist die Dunkelheit verschwunden.
Herders Werke z. Rel. u. Thcol. II. I