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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Geist

nuq, daß bei verfehlter Straße, in dunkler Nacht,unter Unqewitter, Sturmwinden und panischemSchrecken, im ganzen Aegypterhcer Unordnung ent-stehen und sie sich selbst in die kiefern Tiefen desMeers, in die hereinbrcchende Fluth rettungslosverirren konnten; er ist aber auch noch keine zwan-zig oder dreißig Meilen breit, daß der Durchzug derIsraeliten in Einer Nacht unmöglich wäre. AlleZweifel, die man neuerlichst über diese Begeben-heit, wie Fluchen über Fluchen, getkürmt hat, sindübertrieben; und die alten Denkmäler der Israeli-ten, das Fest, das sogleich zum Andenken diesesDurchganges gestiftet ward, das Siegeslied Mosesund so viel Anreden, die er an das versammlet«Israel darauf bauet, zeigen genugsam, daß ihreErretung allerdings mit wunderbaren und füchter-lichen Umstanden begleitet gewesen, die Moses auchsehr naturvoll und local beschreibet. Möchten nurunsere Gesänge, die von dieser Begebenheit reden,auch den ebraischen ähnlich seyn! Diese erzählensic nicht, ob eS ihnen gleich Nakionalwohlthak undder Grund ihres ganzen Staats war, in ewigenLitaneien her, wie wir oft zu thun gewohnt sind;sondern sie wenden die alte Begebenheit auf neueVorfälle an, schmelze» sie in den Inhalt ihres Ge-genstandes um, und singen sie, wenn ich so sagendarf, pragmatisch So Deborah, so einige schönePsalmen und Propheten; lasset uns jetzt eins derrührendsten Gedichte der Ebräer lesen, in dem daskühnste Siegsgemäldc der alten Welt zur wchmü-rhigstcn Elegie wird.