derEbraischen Poesie. 43
der Erde, und zugleich die Namen derselben. Bethheißt ein Haus: es wird wie ein Haus gemalt, undzugleich ungefähr die Artikulation des Mundes mit-gemalct: so weiter. Das Alphabet muß sehr altfern: denn cs scheint uns mit der Sprache gebildet.Ich gebe dem Ebraischen damit kein Lob, das ihmnicht gebühret: cs ist eine Kindheitsprache, die sichnicht fortgebildet hat, wie die Griechische und La-teinische ; aber ihre Anlage war groß, bestimmt undweise. Ihre Buchstaben, (obwohl unvollkommeneZeichen mehr zum Wiedcrcrinncrn als zum Lernen)haben ihre Wurzeln, ihre Beugungen und Regio-nen geregelt; und .da alle alte Volker mit starkenAccenten sprachen: so war damit, sobald diese überdie Buchstaben, der Nothdurft wegen, nur in eini-gen Zeichen bemerkt wurden, die älteste Prosodie fer-tig. Daß die Accente der ältesten Sprachen nichtAccente unserer Art, sondern höhere, NotcnahnlicheUnterscheidungen waren, ist ausgemacht; mithinwar durch dieselbe bei den kurzen Regionen des Pa-rallelismus die simpelste Art eines künstlichen Rhyt-mns geboren.
7. Alle diese Eigenheiten und frühen Vortheilebringen uns darauf, zu glauben, daß der Anfangder menschlichen Bildung nicht durch ein Ungefahroder durch den Wurf der Zufälle bei einer blocken-den Heerde, sondern väterlich, göttlich entstandensey; und so wenig ich die Art dieser Beihülfc zubezeichnen wage, so wage ichs noch weniger, sie zubezweifeln oder zu läugnen. Hatten wir von an-dern Völkern Mehrere so alte Schriftdenkmale, oderfänden sie sich noch: so würde dieser Ursprung von