dcn; zu unsrer Zeit, in unserm Gemenge von Na«tioncn, in denen wir kaum einen Gott, wenig all-gemeines Interesse und kein Vaterland haben, sehnwir nichts dergleichen. Dort kam es nicht aufkünstliche, sondern auf begeisternde Musik undSprache an; kein kalter Wohlstand fesselte, keinnordischer Himmel schlug Seelen und Töne zu Lo-den. Der Gesang Moses und der Mirjam, Chor-gesang eines erretteten Heers vieler Tausend, diemit Paukenschall unter arabischem Himmel ihrenJchovah preisen; wo ist ein emporfliegcnder Gesangwie dieser ? und er ward Vorbild der Gesänge Is-raels in spätem Zeiten.
Büberrede und Gesang sind die beiden^»auptpfortcn der Poesie der bbräcr; und dürfte,könnte cs mehrere geben? Sie sind Poesie fürsAuge und Ohr, durch welche beide sie das Herz be-sänftigen oder bestürmen. In der Bildende sprichtEiner; er lehret, straft, tröstet, unterrichtet, lob-preiset , sieht die Vergangenheit und enthüllet dieZukunft. Im Gesänge singen Einer oder Viele:sie singen aus dem Herzen und zerschmelzen dasHerz, oder sie flößen Lehre eine, durch dcn süßenTrank der Töne. Beide Gattungen der Poesiewaren bei den Ebraern heilig: die größten Bilder-redner waren Propheten, die erhabensten LiederGesänge des Tempels. Ob beide Gattungen,Bilderredc und Gesang, in größere Formen, z. E.Dramata, Epopcen u. f. gebracht sepn? wird dieZukunft zeigen.
Zum Schluß erinnere ich noch Eins, daß eben