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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Ebrätschen Poesie. 27

Auf welchen Inhalt diese übrigens angewandtwerde? ob die erhabene oder gar verschlungene Bil-dcrrede Lob oder Tadel, Liebe oder Haß, Glückoder Unglück töne? ob sie lang oder kurz siy? u. f.reicht nicht zu, um eigne Nebengattungen der Poe-sie daraus zu machen. Sie stehen alle unter einerHauptgattung, dem Bilderspruche mit seinem ein-förmigen erhabenen Parallelismus.

Aber jetzt beginnet eine zweite Gattung derDichtkunst, Gesang. Sobalv Musik erfunden war,bekam die Poesie neuen Schwung, Gang undWohllaut. Die Bildcrrede hatte nur die natürlicheDimension, die Systole und Diastole des Herzensund des Athems, den Parallelismus; mit der Mu-sik bekam sie höhere Töne, abgemessenere Kaden-zen, ja selbst, wie wir aus dem Liede LamechS se-hen, Reime. Was voraus Arhem war, ward jetztklingender Laut, Tanz, Choraesang, ein Saiten-spiel der Empfindung. Da Musik erfunden war,war auch das Lied, ohne Zweifel auch der Tanzda; lasset uns sehen, was die Dichtkunst hierdurchgewonnen oder verloren?

i. Alle musikalische Poesie will eine Art hö-herer Empfindung: wenn sie Bilder singet, wollendiese mit Affekt belebt seyn; hiedurch ward also derstolze Gang der Bilderceve gebändigt, und in eineGattung höherer Harmonie gezogen. Welcher Artnun der Affekt ist, der im Liede herrschet; darnachwird sich auch sein Gang, seine Harmonie fügen: