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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Dom Geist

Näthsel, Sinnsprüche, endlich die eigentlichen Dich-tungen nicht nur selbst zum gehören, sondern

auch so verschieden Vorkommen können, als diessich modisicircn laßt. In den ältesten Zeiten war

die Spruchredc kurz, erhaben, kräftig, ,wie wirSaus den Segenssprüchen der Altväler, den strebenHiobs und den Orakelfprüchen Bileams wahrneh-men. Von diesen sind die Sprüche der Propheteneigentlich nicht anders, als wie das Schwächerevom Starkern, das Spatere, oft Nachgeahmte vonder alten Urkraft verschieden: denn auch unter denPropheten und bei Einem Propheten giebt cs sehrverschiedene Grade der Starke und Kürze ihrer Bil-derrede. Die Sprache war zu ihrer Zeit schon ge-brauchter: Bilder und Lehren waren gemeiner: derGeist der Poesie reichte nicht an die ersten Zeiten.Es findet also gar keine Ursache statt, mit denPropheten eine eigne Art der Poesie zu machen : eswar freilich oft poetische Prose, die indeß völligden Gang der früher» parabolischen Poesie hielt.Wenn diese in abgetrennten Sentenzen erscheint,muß sie Kürze und Würde mehr zusammennehmen:eine Sammlung solcher Sentenzen haben wir anden Sprüchen Salomons. Ihnen zum Anhängestehen auch Näthsel, ähnlich dem, das wir vonSimson haben, in dem der Ton und Parallelis-mus des völligen merkbar ist; also gehört

dies alles zu Einer Klasse, und das cbräischedie verschlungene Rede, enthält mehr als das bloseNäthsel. Jeder scharfsinnige, schwer aufzulösendeSpruch gehörte dazu, und ein großer Theil derniorqenländischcn Widerrede arbeitete hierauf alsauf seine Hauptschönheit.