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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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so wie die Tradition sagt, daß er die meisten Künsteden Thieren abgelernet, so isis auch gewiß, daßseine ersten Bemerkungen über Sinnesart und ver-schiedene Handlungsweise von Thieren genommenseyn. Die ersten Namen menschlicher Charakteresind alle von Thieren, so wie die ersten allgemeinenSitten - und Klugheitssprüche größtentheis ihren Ur-sprung, die Fabel, noch bei sich führen: wir wol-len das letzte naher bemerken.

Eine allgemeine Sentenz ist eine Abstraktionaus einzelnen Begebenheiten; viele Sentenzen derMorgenländer tragen diese noch in sich und sind mitihren Bildern, mit ihrer zusammengedrangten Alle-gorie gleichsam nur eine verkürzte Fabel. Sv istsmit vielen Sprüchen Salomens, z. E. der Moral,die die Ameise den Faulen giebt, dem gewaffnetenMann, der den Trägen übereilet u. f.; so ists auchmit den schönsten Sprüchwörtern aller Völker. Beieinem lebendigen Vorfall ward die Fabel gemacht;aus ihr die Lehre gezogen und des Gedächtnisses,des kurzen Scharssinns wegen in eine Metapher,ein Sprüchwort oder gar in ein Rakhsel zusammen-gcdrangt. Alle diese Dichtungsarten sind im GrundeEins; ihr Vaterland ist Orient, der sie auch sehrliebet. Dort ist die Fabel erfunden, dort sind dieSprüchwörkcr, Sinnsprüche, Räthscl, selbst dieWurzel der Sprache voll Fabel; die ganze Poesiehat bei ihnen eine Art gnomologischen Fabelgcwan-des, das von unsrer periodischen Gedankentracht weitabwcicht. Dort sind auch diese Gedichtarten diereichsten, die schönsten. Für Eine simple morgen-ländische Fabel aus dem Reich der Thiere und Baume