V
1 e-L-
a6 Vom Geist
her wem auch zu unsrer Zeit diese Biegsamkeit desHerzens fehlet, wer Personifikationen mit kalterVernunft oder nach geometrischen Regeln ausmißk,der wird in Hebräern und Griechen Ungeheuer derDichtung finden. Im Ebräifchen ist die ganzeSprache auf sie gestellt: in Namen, Verben, jain Verbindungswörtern sogar auf sie geordnet. Alleshat bei ihnen Stimme, Mund, Hand, Angesichtund was macht die Eonstruction mit Sohn undTochter, die ihnen, wie andern Morgenländern,zum Bedürfniß geworden ist, für kraftvolle oderschone Idiotismen! P Idiotismen, die meistens zuden ärgsten Mißdeutungen Anlaß gegeben haben:denn man kann beinah allgemein die Regel setzen:„je kühner und originaler eine Dichtung, eine Fi-gur ist, desto mehr ist sie mißverstanden und miß-gebraucht worden."
III. Ein pcrsonisicirter Gegenstand, sobald erin Handlung tritt, die einen allgemeinen Satz an-schaulich macht, wird Fabel. Von jener Figurzu dieser Dichtung ist also nur Ein Schritt, unddas Morgenland ist, so wie an Personisicutioncn,so auch an Fabeln fruchtbar.
Als Gott die Thiere zu Adam führte, daß ecsiebe, wie er sie nennete, setzte er den Menschen ineine Schule der Fabel. Ein Thier mit einem Namen
bczeich-
c) Proben davon sind in laues commeniar. pass»Lsi.iriaos zahlreich gesammlet; im Ebräischenschlage man: Mann, Sohn, Tochter, Angesichts in Len Wörterbüchern auf.