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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Ginst-

ich

spricht auch mit uns und der geringste Schall, diekleinste Aeusserung desselben wird also zur Sprache,zum Angesicht gedichtet. Hierin sind alle alte Na-tionen einander gleich; ihr Wörterbuch konnte nichtanders gesammlet, ihre Grammatik nicht andersgeordnet werden, als daß Namen in beiderlei Ge-schlechtern, daß Begebenheiten als Wirkungen undHandlungen lebendiger Wesen nach der Analogiedes Menschen gedichtet wurden. Die cbräischeSprache ist solcher Personendichtungen voll, und esist unleugbar, daß diese Theilnehmung, diese Ver-setzung in fremde Gefühle nicht nur das Rührendealler Rede, sondern gewissermaßen auch das ersteWesen der Moral gebildet habe. Beziehungen undPflichten hören auf, wo ich im lebendigen Geschöpfnichts ähnliches mit Mir denke; je inniger ich diesfühle und ohne Skrupel glaube, desto angenehmerwird mir dieTheilnehmung, also auch die Behandlungdesselben nach Meiner Empfindung. Die älteste Dicht-kunst, die die Bildnerin des rohen Menschen war,Nutzte diesen Quell übcrfließender Gefühle, um ihmErbarmen und Güte anzubildett, In Abels Bluterufet die Seele desselben: alle Thiere um Adamscheinen ihm mit seiner Empfindung belebt: ersucht unter Allen seine Gehnlsin. Sonne und Mondwaren Könige des Himmels, Knechte-Gottes, Re-gierer der Welt. Die webende Luft ward eine er-wärmende Muttertaube und Gott selbst, der Schö-pfer von Allem, ward Werkmeister nach Menschen-wcise, der sein Werk ansieht, sich in ihm freut undes segnet. Ja, was noch kühner als dies ist, erward des Menschen Vater, dessen Stelle dieser ver-rosten sollte auf Erden. So übertrieben diese