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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Ebräischcn Poesie. r3

II. Dos Bild mit Empfindung begleitet,wird dem Empfindenden gar leicht zum lebendigenWesen; Personendichtung ist also der zweitehöhere Grad deS Ursprunges der Dichtkunst.

Es ist die Natur der menschlichen Seele, allesauf sich zu beziehen, also auch sich ähnlich zu den-ken. Was uns angenehm ist, muß uns lieben»was uns zuwider ist, hasset uns, wie wirs has-sen: mit dem wir gern sprechen möchten, das

gleichung angestellt, und auch über Hiobs Behe-moth und Leviaihan ziemlich fremde geurrheilt.Kein Dichter will und wag mit seinen Beschrei-bungen zu Pennam's Zoologie oder zu LinneuSanimalischem Reich Beitrage liefern; worauf dieDichtkunst arbeitet, sind nicht einzelne deutlichangegebene Züge, sondern Kraft, Wirkung inComposition derselben zum Ganzen. Dieser Zweckmuß auch bei Hiob erforscht werden; alsdann ge-hört das Gigantische, das Nathselvolle, Wunder-bare dieser Bilder zum Zweck der Compositionseines Buchs auf dieser Stelle. Die EntfernungJdumaa's von Aegypten, in deren Erstem wahr-scheinlich das Roß noch ein fremdes seltenes Wun->dergeschöpf war, ließ diese Ausmalung dem Zweckdes Buchs gemäß zu; ja es forderte dieselbe.Freilich, sobald man den Verfasser des Gedichtszu einem Aegvpter machte: so wäre» alle Ver-hältnisse seiner Bilder verfehlt und übertrieben,weil jeder in seinem Lande das Roß und denCrokodil, den Straus und das Nilpferd kennenkonnte.