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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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298 Christliche Reden

aus nicht von uns abhingen; wenn wir offenbarEigensinn, ein selbstgemachtes enges Wunsch- undSchönheitsbild zum Grunde legen, und meistensunsre männlichen Jahre in die Zeiten verpflanzen,wo wir noch nicht Männer seyn können: wennswahr ist, daß wir mit diesen Wünschen oft unsreFehler nur verdecken wollen, und das aus Ort undErzieher schieben, was unsre eigne spatere oder nochdauernde Schuld ist: überhaupt, wenn wir zu be-quem oder zu hoch urthcilen wollen, Götter undEngel fern wollen, da wir nur zu Menschen gebo-ren sind, die nicht wissen, wozu sie im großenWeltall verrechnet werden sollen da lasset unsden großen Allvater bören, wie er dem Hiob seinenOrt anwciset: nicht auf der Höhe des Tadelns sundRichtens über die Werke Gottes; vielmehr im Thalsder Geduld, der stillen Thatigkeit und des Schwei-gens.Wußtest du, zu welcher Zeit du solltestgeboren werden, und welches deine Lebenstage seynwürden?" Und weißt du dies letzte noch? Kanneine Bildsäule, kann ein Gemahlde sich selbst über-sehen? und ein kleiner Zug, der zu einem großenGanzen gehört,. istS möglich, daß der kleine Zugsich selbst kenne? Zu allem gehört Gesichtspunkt!ein rechter ganzer Gesichtspunkt; und in dem stehtin Absicht auf alles in der Welt allein der Schö-pfer. Brauche, was du empfangen hast, und küm-mere dich nicht um das, was dir nicht werdenkonnte.

Wie oft sehen wir im Gemahlde nnsers Lebensdas wirklich für NachthHle an, was Vorlheile, aus-