gebe»; so sprechen wir vom Ideal einer Kunst,eurer Wissenschaft, als vom reinsten Inbegriffihrer Regeln nach Zwecken und Mitteln, wocnachder Wissende oder Ausübende strebet.
2. Kunstmaßig kommt das Wort am meistenbelebten Wesen zu, deren Idee der Dichter oderKünstler ausdrückt. Kann ec dies nur sofern, daß«r sie, von Fremdem gesondert, in diesem Einzelne»darsteilt, so ideisirt er zwar nur, ist aber deß-halb kein gemeiner Künstler; vom Portraikmahler,der ein Jdceloses, obwohl genaues Eonterfail macht,wie Holbein von Denner verschieden. Hat ihmdie Natur jene glückliche Gabe gegeben, im Einzel-nen den Grund zu sehen, der die ganze Gattungbezeichnet: so mahlet er wescnhafter, und wenn ihm
das Höchste hierinn zu erreichen gelingt, idealisch.Ohne Verlust des Bestimmte» nimmt man sodannim Einzelnen ein Alles derselben Art wahr, mitidealischer Freude. Die Gabe, so zu idcalisiren, laßtsich nicht crstudiren; wohl aber wird sie durch Be-obachtung, Studium, Uebung erweckt, geleitet, ge-startet. Wer sie nicht hat, wird sie in idenlischenWerken nicht einmal gewahr oder tadelt den Künst-ler, daß er nicht gemeiner portrarirte. Die Grieche»besaßen sie, durch eine sonderbare Harmonie ihrerSeelenkrasce und Uebunqen ausgezeichnet. Homer,Sophokles, die Schöpfer ihrer Ideale in Wissen-schaften und Künsten stellen uns auf dem Wege derNatur, fast ohne Anschein der Mühe mit dem Nich-tigsten, rein umschrieben, das Prägnanteste feinerArt dar, exeirrzrlarän Oraacn. Freudig staunt man,wenn man im Arffchaun des Allgemeinen im Beson-