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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtung«-».

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Vater. Zu kommandircn nicht, aber brüder-lich und mit Gründen zu rächen; ihr könnt ihmaber auch abschlagen, was er begehrt, denn das Herzist und bleibt Herr über seine eigene Wohnung: csist nicht Sklavin, wo cs nicht gern und mit Uebcr-zeugung gehorchet. Ueberdcm fordert der Verstandnur leist; er pocht und tumultuirt nicht, er wirdalso die Herrin des Hauses nicht bestürmen. Seineabschlägige Antwort tragt er ruhig, und überlaßtdas Herz seinem eigenen Schicksal.

Töchter. Gut also, daß wir doch über unsreWohnung Herr bleiben.

Vater. Das bleibt ihr, und ich muß euchsagen, daß über die Aufnahme ins Herz und überdie Zimmer, die man dem Gegenstände da einraumt,das Herz allein entscheiden kann. Es kennet sichselbst, der Verstand hat von ihm nur eine äußereKcnntniß. Es hat einen Wächter in sich, der zwarblind ist, aber was diese Wohnung anbctrifst, vielgenauer fühlt, als der Verstand sieht: denn dieserhat nur die allgemeine Ucbcrsicht der Dinge, undversteht sich auf die engsten Geheimnisse des Herzensnicht. Uebcrdem hat es noch eine Wachterin vonaußen wißt ihr, Mädchen, wie die Wachterinheißt?

Töchter. Ists nicht die Unschuld, meinVater?

Vater. Ihr habt recht: haltet die Wachte-rin theuer und werth, sie bekränzt euer Herz mit