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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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282
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,82 II. Dichtungen.

Verstände lcitcn lassen und ihn nicht betrügen mö-gen.

Töchter. Das sind meist ein bischen dummeHerzen, Vater.

Vater. Sagt ihr das, Mädchen? Wißt also,das Herz ist immer dumm, rvenns ganz ohne Ver-stand ist, so klug es sich dünke. Aber was habt ihrda neues gemahlt? was haben die Herzchen für schö-ne Thürchen bekommen ! mit so feinen Bändern undgar mit Blumen bekränzet! Nur das Schloß fehlt.

Töchter. Das wollen wir gleich hinzumah-len, und der Schlüssel hängt innwendig, daß wiraufschließen können, wem wir wollen. Wir wollenkeinem aufschließen, Vater, als dem Guten, demLieben, dem Schönen nur bewahren Sie unsvor dem fatalen großen Verstandeslhor.

Vater. Aber Kinder, wie könnt ihr wissen,was gut und schön ist, wenn keine Pforte des Ver-standes wäre? Woklan, ich weiß eine Auskunft.Alles, was zum erstenmal koinmt, weist ab, wenncs nicht den Paßport vom Verstände niitbringt.Kennt ihr eure Gäste schon lange, sind sie oft da-gewesen und haben sich treu und redlich erwiesen:nun so könnt ihr ihnen, der Kürze wegen, das Thür-chen auch unmittelbar öffnen.

Töchter. Also bleibt doch das Thürchen!Triumph!

Vater. Es bleibt. Nur als ein geheimesPförtchcn der Vertraulichkeit und Freundschaft, was