II. Dichtungen.
haben: eben damit sie wissen, wo sie Ruhe findenkönnen und wo sicher zu ruhen sey. — Aber genugdes Bildes. Ich will meine Pfeife anzünden undeinen kleinen Katechismus über Verstand und Herzmit euch anstellen. Seyd ihr zu antworten fertig?es wird sich fodann ergeben, auf wessen Seite derSieg sey? — Sie waren alle dazu sehr bereit undder Vater Hub an:
Nicht wahr, Mädchen, euch ist von eurer alternSchwester bekannt, was sie in ihrer Ehe gelitten hatund noch leidet; und ihr wisset doch, sie hat aus blo-ser Liebe geheyrathet. Es war Herzens -Affaire beyihr, die sie lange unterhielt, von der sie sich durchnichts abwendig machen ließ: denn ich und alle, diesie liebten, widcrriethen ihr die Heyrath. Was meyntihr, woran der Fehler ihrer Wahl lag?
Am Mangel ihres Verstandes, riefen die Kna-ben, den sie nicht zu Rathe gezogen, sie hat blvSmit ihrem Herzen gewahlet. Und leider! jetzt hatsie's oft bereut.
'Also meynt ihr, waren die Eindrücke ihres Her-zens nicht richtig; abcrseht! l eb h aft und also w a h cwaren sie doch immer: ja auch dauernd sind sie: dennsie liebt ihren treulosen, niedrigen Ehemann nochjetzt, wie sie ihn am Tage der Verlobung liebte,Und dem Mangel ihres Verstandes könnt ihrs dochauch nicht zuschreiben: denn sie ist von jeher ein klu-ges Mädchen gewesen, und hat ihre Wahl lange ge-prüft. Ihr Bräutigam ist oft von uns gesichtet undseine Fehler ihr deutlich genug vorgehaltcn worden;woran lags also?
Die Knaben. Sie hat nicht recht geprüft:ihr guter Verstand war von ihrem Herzen bestochen,