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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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s5o II. Dichtungen.

Das folgende Gedicht hebt ihren Charakter inihren eigenen Worten au§ Reden und Thatcn her-vor. Agathe und Agnes sind nicht erdichtet; sielebten in ihrem Kloster, Nichten Abälards, von ihrerzogen und gebildet. Die Kenntniß der Alten unddie Liebe zu ihnen, die im Paraklct Herrschte, istnicht Dichtung; Eloise lebte in den Alten; die ge-lehrten Sprachen waren Studien im Paraklet; szumAndenken Eloiscns ward noch viele Jahre nach ihremTode der Pffngstgottcsdicnst griechisch gehalten.Lucan und Seneca, scheint cs, waren Lieblings-schriftsteller dieser geistigen Heldin, offenbar ihres In-halts wegen, an welchem sic ihr Gemüth erhob undstärkte. Bey dem außerordentlichen Schicksale, dassie traf, bedurfte sic die Denkart außerordentlicher,großer Seelen; daher ist auch ihr Styl männlich,kräftig, eher rauh als geglättet; in jedem Zuge derGedanken eben so zart als bestimmt, ein tiefer Zeugeinnerer Herzenswahrheit. Keine Zeile in Popegränzt auch nur von fern an ihre Denkart.

Drey schwere Probleme hat Eloise in ihremCharakter aufgelöset oder vielmehr drey Vollkommen-heiten, vielleicht im feinsten Lichtpunkt, gezeiget, weib-liche Liebe, weibliche Stärke, weiblicheHoheit. Die Liebe nämlich, die sich bergisset undnur im Geliebten cristiret, die in ihm Leiden undFreuden fühlet. Ihn zu erfreuen, ihm zu helfen istsie da; in ihm nur ist ihr Besitz, ihr Genuß, ihreWohnung. Die höchste weibliche Stärke zeigtesie, auch bey den herbsten Unfällen, Resignation,durch die ein Weib Alles vermag. Diese Resignationhält ihre Sinne zusammen, ihren Muth und gesun-den Verstand aufrecht. Jndeß der Mann sich leichf