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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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Acbtissin, die so viele Jahre hindurch das weiblicheHerz kennen gelernt harte und von Ordensregeln un-gekränkt in der ganzen Jugcndstärke des Altcrthumsdachte.

Davon nun durfte Abalard sich nicht zurückzie-hcn; als Stifter Paraklets mußte er unterweisen,lehren. Er schrieb für's Kloster; Eloise hatte ihrenZweck erreichet. Man schickte ihm Probleme zu, diees ihm oft schwer ward aufzulöscn. Hätte ihn diesedankbare Arbeit, die mit so viel Liebe empfangenward, genüget! Bald aber zog er sich einen neuenFeind zu, und Eloise war daran die unschuldige Ur-sache.

Von ihrem Ruhme, von der gepriesenen Zucht,Ordnung und Gelehrsamkeit der Zöglinge dcS Para-klcts angclockt, kam der heilige Bernhard, dasKloster zu besehen, vielleicht auch Fehler darinzu finden, da er ein geheimer Feind Abälards war.Er fand keine; vielmehr mußte er, wider seinenWillen, die Weisheit und den schönen Anstand allerEinrichtungen Eloisens bewundern; mit der größestcnHochachtung gegen sie schied er aus dem Kloster.Ein Ausdruck war ihm auffallend gewesen, der ihmals eine Neuerung vvrkam, das Wort Irans sub-stantiell; Eloise gab Abalard von dem BesucheNachricht und meldete ihm unbefangen auch dieses.Natürlich würde ein andrer, der Bernhards großesAnsehen und seinen Charakter kannte, das Wort oderdie Anmerkung darüber haben fallen lassen; er hattesich am Lobe begnüget. Abalard nicht also. Erschrieb an Bernhard einen hefiigcn Brief, rettete dasgetadelte Wort, bezüchtigte ihn viel mehrerer Neue-rungen in dem von ihm aufgcrlchlcten .Orden, und

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