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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

sic ihm selbst keinen Aufenthalt im Paraklct gebenkonnte, seinen Geist dahin einzuladen. Vergessensollte er Feinde und Mönche; für seine Pflanzstätte,für Gattin und Töchter sollte er leben. Wie Leu-kothea wirft sie, sie, dem Sturme der Welt Ent-kommene, ihrem Geliebten, gefährlich Schwimmen-den, die Binde zu, das; er nicht erflnke.

Abalard, fühlend die ganze Uebcrmacht ihresgroßen Betragens, antwortet voll Ehrerbietung. Eloi-sens Nennen, als seiner gelicbtesten Schwester, setzter dem seinigen voran, empfiehlt sich in ihr Gebet,stellet in Lcbsprüchen das weibliche Geschlecht hochempor u. f.

Mit Allem dem war Eloise nicht befriedigt.' Na-her dringt die große, wahrheitliebende Frau an ihn,lehnt alle übertriebene Lobsprüche ihrer und ihresGeschlechts ab, entschleyert ihr Herz wie vor Gott,zeigt, daß sie allerdings seines Beistandes bedürfe,daß er idr solchen nicht versagen könne, sie ernie-drigt sich selbst und zwingt mit süßer Gewalt seinenBeystand zu sich hinüber. In diesem, rein wiedas Sonnenlicht gedachten, heldenmäßig geschriebenen-Briefe ist nun jene Stelle, die man, aus 'dem Zu-sammenhänge einer ernsten Herzenssituation gerissen,buhlerisch-niedrig mißdeutet hat. Eloise könnte mitihr vor dem Thron des Herzcnsverküudigers erschei-nen , und würde gerade da mit ihr vielleicht denhöchsten Siegeskranz erhalten. Nicht an - oder vor-überfliegende Gedanken und Erinnerungen, verdam-men; sondern Gedanken, die wir lieben und nähren.Ein Herz, das jede Bemäntelung wegwirft, das sichselbst Unrecht thut, um, trotz aller menschlichen Vcc-hcrung, vor ihrem Geliebten nicht besser zu ersehe!-