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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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Graf von Champagne, als Landesherr, die benachbar-ten Besitzer, der nachbarliche König in Frankreich,selbst in Rom der heilige Vater gaben, schenkten je-der auf seine Weise, Land, Gerechtsame, Freyheiten,Geschenke. In kurzer Zeit brachte Eloise das Pa-raklet weiter, als Abalard es sein Lebenlang würdegebracht haben: denn Ihr war Alles geneigt, gegenIhn schien Alles verschworen.

In dieser Zeit ihrer glücklichen, stillen Regent-schaft kam Eloisen, die von ihm lange nichts gehörthatte, die Geschichte seines Jammerlebens(liistorin calarnitLturn) in die Hand, von welchersie ein so großer Theil war; man denke mit welcherWirkung auf ihre Seele! Nicht, daß manches vonAbalard nicht so ganz genau oder zart dargestelltseyn mochte, sondern die Farbe seines Gcmüths selbst,da er allenthalben nur Feinde sah, allenthalben seinLeben in Gefahr fühlte, dies schlug ihre Seele nie-der. Ausgerissen wurden in ihr alle alten Wunden;ihr einziger Gedanke aber war, ihres Gatten undFreundes Wunden zu lindern, ihn über sich selbstzu erheben. Sic schrieb ihren ersten Brief*).Mit wie zarter Schonung, in wie künstlichen Ueber-gangen er abgefaßt sey, erhellet erst dann, wenn manihn mit Abalards wilder Geschichte seiner Calamita-tcn vergleichet. Jede sanfte Erinnerung bietet sie auf,um zu seinem Herzen Eingang zu gewinnen, seinenGeist vom grübelnden Unmuth wegzulenken, und da

*) Ihre Briefe und Abalards Antworten sind B e»ringlons Geschichte Abälards und der Eloise,Larein und Deutsch beygesüget.