II. Dichtungen. 24Z
einem Baume; am Morgen gefiel ihm die einsamwilde Gegend so sehr, daß ec sich hier anzubauenwünschte. Er flocht (nach dazu erhaltener Erlaub-niß: denn der Graf von Champagne hatte ihn inSchutz genommen und der Bischof von Troycsvergönnte es gern) von Aesten der Baume ein Got-teshaus (eine Kapelle) mit eignen Händen; man halfihm, sich eine Hütte zu bauen, und Abalard lebteda, entronnen dem Neide und der Verfolgung, einigeZeit glücklich. Bald späheten ihn seine Schüler aus;viele Hunderte wallfahrtet,!: zu ihm; er hielt ihnenVorlesungen unter den Baumen. Auch sie bauetensich Hütten, und halfen ihm nachher mit Geld undKräften ein festeres Gotteshaus bauen, das er demtröstenden Geist wcihcte und Paraklet nannte.Konnte ein schicklicherer Name gefunden werden?Dazu war er rein dogmatisch, biblisch. Und Lochward er verketzert; Abalard mußte auch über diesenNamen Ungemach ausstehen. „Lu allein, nächstGott (schreibt Eloise), bist dieses Lrtes Stifter; duhast dies Bclhaus erbauet, du diese Versammlunggegründet. Alles ist hier deine Schöpfung; auf kei-nen fremden Grund bauetcsi du. Dem Wilde undden Räubern dienete diese Einöde; kein Haus kanntesie, keine menschliche Wohnung. Zn diesem Wild-lager, in diesen Räuberhöhlen, wo der Name Got-tes nicht genannt ward, bauctest du einen Tempelund weihetest ihn dem heiligen Geist. Nichts brach-test du zu diesem Bau aus Gütern der Könige undFürsten; was geschah, gehöret dir allein. Deinehieher strömenden Schüler gaben alles Nothwendigeher; Geistliche, die selbst von Wohlthaken der Kirchelebten, Hände, die sonst nur zu nehmen, nicht zu
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