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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

Daß der beschimpfte Abalard in höchster Ver-zweiflung die Tramontane des Lebens, seinen gesun-den Verstand, verlor, da alle Plane seines Ruhmesund Glücks zcrstückt waren, und er sich von derglänzendsten Höhe, auf die ihn Wahrheit und Eitel-keit erhoben, ins fürchterlichste Elend gestürzt sah,ist Natur der Sache. Wir sind unbarmherzig, wennwir ihm fortan Etwas zur Last legen. Außerordent-liche Glücks- und Unqlücksfalle verwirren der Men-schen Gemüth, und ein Schicksal dieser Art, dassich ihm in Allem darstcllte, verwirrte es unwieder-bringlich. Wenn er also seine Gattin vor sich hinins Kloster trieb, (ein Mißtrauen, das ihr Herz tiefverwundete) und sie Jahre lang darin vergaß, wenner sich selbst zum Mönch machte, und als seineSchüler ihn vom Kloster hinaus wieder auf den Lehr-stuhl rissen, mit einem sauren Gemüth Alles umsich her gegen sich aufccgtc; wie anders? In derSeele, in der einst Blumen geblüht hatten, wuch-sen jetzt Disteln, Nesseln, stechende Dornen. DerKranz seines Ruhms war beschimpft; jeder Nieder-trächtige wagte sich an ihn. Helle Meynungen, die«r in glanzender Jugend als Lehrer der Nationensiegreich würde verfochten haben, und ?die seitdemVernunft und Geschichte lichlhell bestätigt hat, siewurden jetzt dem cntmanneten Mönch als Verbrechenangerechnet. Er entfloh endlich und fand eine Wüstedes Trostes.

Als er in den Wäldern von Champagne irrte,erinnerte er sich eines angenehmen, ehedem von ihmbemerkten, Thales, durch welches ein kleiner Flußrann, ohnweit Nogent an der Seine. Er fandes, blieb die erste Nacht mit seinem Begleiter unter