II. Dichtungen.
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nach dir, wcnn du zugegen wärest. Welche Königinoder große Frau beneidete mich nicht, mich, deineGeliebte, deine Gattin?"
Eine Ehe in so glückseligem Wahn würdekaum ein Dämon der Holle gestört haben, und einDomherr thats, ein Greis, der gegen Eloise VatersStelle vertrat, ein Oheim. Wie Eheleute unter-einander Eins werden, häuslich zu leben, darübersind sie keinem Dritten Rechenschaft schuldig; wcnnalso Eloise ihrem Gemahl seine Laufbahn, denLehrstuhl, überließ, und für sich in der Stille lebte,so war dies ihrer Denkart sowohl als Äbalards Be-stimmung gemäß, rein und edel. Und wenn jetztder Rachsüchtige, der Unversöhnte seinen Groll dar-über so ausließ, daß er durch einen nächtlichen Ver-rats» in Äbalards Hause die Gewallthatig^eit auSübcnließ, die nicht nur seinen Körper verstümmelte,seine Ehre untergrub, seinen ruhmvollen Namenzum ewigen Spott machte, sondern auch die Ehre,die Ruhe, das Glück seiner Nichte,' oder vielmehrTochter, untergrub, und beyde fortan vor aller Weltin eine unwiderrufliche Schande stürzte; so harte Aba-lard recht, daß dem alten Verbrecher viel zu gelindegeschah, wcnn ihm vor dem bischöflichen Gerichteblos seine Stelle genommen und seine Güter einge-zogcn wurden. Aber welche Strafe konnte einesolche Unthat entsühnen? Einen Teufel straft keinemenschliche Strafe. —
Von Eloisen finden wir beym tiefen Gefühledieser Unthat den Namen ihres Urhcbers nirgend ge-nannt ; sie hat sich, dünkt mich, weder in diesernoch in jener Welt mit ihm — begegnet.
Herders W» z, sch, Lit, u, Kunst. VI. O. D,-um.5t!-cL-.