II. Dichtungen. , 23 g
Berge, keine Tiefe der Thaler, keine mit Lebensge-fahr und Straßenraub bedornte Reise konnte EureSchüler von Euch zurückhalten. Rom sandte seineKinder, von Euch Unterweisung zu empfangen. Bri-tanniens Jugend strömte nach diesen Küsten; die cnt-secntern Eilande sandten ihre rauhen Söhne. Ger-manien , Spanien, Flandern, die Bölker aus Nor-den und Süden strömten zu Euch; sie bewunderten,priesen, erhoben Euch; Euer Name war in AllerMunde." Wenn dieser Allg.pricscne nun den Na-men Eloisens auch so berühmt machte, daß er inseinen süßen Liedern allenthalben auf Straßen, inHausern gehört wurde; welche Fesseln der Reize fürein junges weibliches Herz! Und doch war, wie sieaufrichtig bekennet, ihre Liebe von höherer Art; siewar Gefälligkeit, Ergebung.
Daß Eloise, als Abalard ihr die Heyrath an-truq, seinen Ruhm, das Gute, das er in seinerLaufbahn der Welt leisten könne und müsse, daßsie sein Glück dem ihrigen vorzog, zeigt ihre er-habene Seele, auch dadurch, daß sie diese Entäuße-rung aller Ansprüche an ihn mit ganzer Einfalt desSinnes, in ernster Festigkeit lhat. Eine Resignation,die abermals nur im reinsten weiblichen Charakterlieget. Wie der gemeine Hause in Prarcnsionenschwimmt und nur in ihnen lebet, so weiß das edlereWeib sich zu vergessen, und wird dadurch groß, daßes ungenannt bleibt und gleichsam verschwunden wir-ket.
Als Abalard die Heyrath wollte, willigte Elvis»ein, ob sie wohl wußte, daß ihres allen Lheims